Pädagogik

Erziehungswissenschaft

Warum der Unterricht im Fach Erziehungswissenschaften in der Schule unverzichtbar ist

„Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das erzogen werden muss. Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts, als was Erziehung aus ihm macht. Die Erziehung ist eine Kunst, deren Ausübung durch viele Generationen vervollkommnet werden muß.“

(Immanuel Kant 1776-1787)

Ohne pädagogische Hilfestellung wäre der Mensch als Individuum und als Gattung nicht überlebensfähig; ohne sie wären zivilisatorische und kulturelle Fortschritte nicht möglich. Die Möglichkeit des Menschen, der jeweils nachwachsenden Generation die notwendigen kulturellen, wissenschaftlichen und sozialen Fähigkeit zu vermitteln hat der menschlichen Gattung das

Überleben auch unter widrigsten Umständen ermöglicht. Die Fähigkeit, Formen und Prinzipien menschlichen Zusammenlebens zu entwickeln und der nächsten Generation weiter zu vermitteln, hat erst die Möglichkeit einer Eindämmung des Kampfes aller gegen alle geschaffen. Die Fähigkeit, die eigenen Triebe und Bedürfnisse zu kontrollieren und zu kultivieren und besonders die Fähigkeit eines differenzierten, komplexen, abstrakten, hypothetischen, folgerichtigen Denkens haben den Menschen die großen zivilisatorischen und kulturellen Fort- schritte ermöglicht, die die Menschheitsgeschichte auszeichnet. All diese Fähigkeiten erwachsen aber nicht naturwüchsig, sondern sind Resultat erzieherischer Prozesse. (Frei nach Dr. Christoph Storck)

Welche Fragen stellen wir uns als Erziehungswissenschaftler?

Welche Folgen haben welche Strafen für betroffene Kinder und Jugendliche?

Wie sind Wutanfälle von Kindern im Kleinkindalter zu betrachten? Wie sollte man erzieherisch sinnvoll reagieren?

Wie können Kinder in Phasen der Demotivation vielleicht doch noch für bestimmte Aufgaben motiviert werden?

Wie lassen sich Aggressionen von jungen Menschen in bestimmten Situationen erklären? Inwieweit sind Verbote von Erwachsenen für Reifeprozesse von Kindern notwendig? Welches sind unverzichtbare Voraussetzungen, wenn ein Kind „Mitmenschlichkeit“ lernen soll?

Welche „Rechte“ kann ein Kind welchen Alters aufgrund seiner bisherigen Entwicklung schon oder noch nicht wahrnehmen?

Fragen dieser Art sind konkret Fragen des alltäglichen Pädagogikunterrichts. Im Pädagogikunterricht lernen Jugendliche allerdings, dass solche Fragen keineswegs leicht, keineswegs in wenigen Sätzen und keineswegs endgültig beantwortet werden können. Sie erfahren aber ebenfalls, wie solche Fragen theoretisch wie praktisch – und mit welchen Folgen – zu beantworten versucht wurden und können so für sich Orientierungen finden, wie sie sich ggf. selbst entscheiden würden. (Dr. Christoph Storck)

Wie kann mich das Fach Erziehungswissenschaften bereichern?

Du möchtest dich mit Erziehungsprozessen auseinandersetzen, Ziele und Stile von Erziehung kennenlernen, um sie für den eigenen Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu nutzen?

Du möchtest die Zusammenhänge zwischen der Gesellschaft, dem Einzelnen und Erziehung und Bildung verstehen?

Du möchtest eine verantwortungsbewusste Führungspersönlichkeit werden, die auch an stressigen Arbeitstagen ein verlässlicher und kompetenter Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter bleibt?

Du möchtest auf dein späteres Berufsleben vorbereitet werden und zum Beispiel lernen, mit deinen Klienten verständnisvoll umzugehen?

Du möchtest dein eigenes Lernen reflektieren und Lernstrategien für dein späteres Studium kennenlernen?

Du möchtest in den Medien mitsurfen, ohne dich in den Fluten von Facebook, Twitter & Co. zu verlieren?

Du möchtest dich und andere besser verstehen lernen?

Du möchtest lernen, Verantwortung zu übernehmen – für dich, deine Mitmenschen und deine Umwelt?

Dann bist du bei uns richtig aufgehoben.

Welches gesellschaftliche Ziel verfolgt der erziehungs-wissenschaftliche Unterricht?

Erziehungswissenschaft hat als wesentliches Ziel die Aufklärung über Erziehungsprozesse, um Menschen zu einem verantwortlichen Leben in dieser Zivilisation zu befähigen. Das Fach kann in besonderer Weise aufzeigen, dass die Gesellschaft und der Einzelne auf Erziehung und Bildung angewiesen sind.

Die Leitvorstellung vom mündigen Bürger bedeutet, dass im erziehungswissenschaftlichen Unterricht die Fähigkeit zu Kommunikation, Kooperation und Konfliktbewältigung besonders gefördert werden. Des Weiteren wird der reflektierte Umgang mit verschiedenen Medien sowohl erprobt, als auch thematisiert. Der Zugang zu verschiedenen Themen erfolgt über die eigene Biografie in Form von eigenen Erfahrungen. So werden auch immer das eigene Denken und Handeln reflektiert, um zu einer verantwortungsbewussten Persönlichkeit zu werden. Da das Fach EW nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis beleuchtet, hat das Fach sowohl Aufgaben, die wissenschaftsbezogen sind, als auch Aufgaben, die der eigenen (pädagogischen) Handlungskompetenz dienen. Ein weiteres Grundprinzip des erziehungswissenschaftlichen Unterrichts ist es, Hilfen zu geben für die persönliche Entfaltung in sozialer Verantwortung. (Reinhard Kessler)

Warum ist das Fach bei Schülerinnen und Schülern so beliebt?

„Dass im konkreten Pädagogikunterricht Theoriewissen und praktische Erfahrungen immer wieder miteinander verknüpft werden, erklärt seine hohe Akzeptanz bei Schülerinnen und Schülern. Schülerinnen und Schüler erleben diesen Unterricht als gewinnbringend für sich selbst und ihre Zukunft.“ (Dr. Christoph Storck)

(Christian Seiffert für die Fachkonferenz Pädagogik)